In letzter Zeit ist das Abendessen etwas in Verruf geraten. Bei Ernährungstrends wie „Dinner-Cancelling“ und „Intervallfasten“ wird die letzte Mahlzeit des Tages einfach gestrichen. Viele Menschen schwören darauf und essen beispielsweise um 16 Uhr oder 17 Uhr zum letzten Mal vor dem Zubettgehen. Davon versprechen sie sich gesundheitliche Vorteile wie einen erholsameren Schlaf und/ oder eine dauerhafte Gewichtsreduktion. Kann das wirklich funktionieren? Solltest du das Abendessen besser ausfallen lassen?
Beim Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, wird tage- oder stundenweise auf Nahrung verzichtet, um den Stoffwechsel anzukurbeln. Es gibt dabei verschiedene Formen, besonders beliebt ist das Dinner-Cancelling. Bei diesem Diätkonzept sind abends nur kalorienfreie Getränke wie Wasser und Tee erlaubt, damit bis zum Frühstück eine Essenspause von mindestens 14 Stunden entsteht. Dadurch soll der Insulinspiegel reguliert und der Alterungsprozess verlangsamt werden.
So populär das Intervallfasten derzeit ist, so dünn ist die aktuelle Studienlage dazu. Es gibt bislang kaum klinische Humanstudien, die die Auswirkungen des intermittierenden Fastens untersucht haben. Insbesondere die Langzeitfolgen wurden noch nicht erforscht. Befürworter dieses Ernährungskonzepts betonen zwar, dass der regelmäßige Nahrungsverzicht in Tierversuchen das Risiko für chronische Krankheiten senken konnte. Allerdings bemängeln Kritiker, dass es beim Intervallfasten kaum oder keine Empfehlungen zur Auswahl der Nahrungsmittel gibt.¹ Du könntest also tagsüber ausschließlich Schokolade essen – solange du anschließend aufs Abendessen verzichtest, würdest du im Sinne des alternierenden Fastens immer noch alles „richtig“ machen. Ob das tatsächlich empfehlenswert hinsichtlich deiner Nährstoffversorgung sein kann, darf zumindest bezweifelt werden.